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Horizontalspülbohrung

Grundodrill 20 S erstellt im Bereich Rheinhafen Duisburg Rheindüker.


Erstmals setzte die Firma Bartz Bau GmbH aus Walsrode ihren Grundodrill 20 S für einen Rheindüker ein, um für das Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg ein Stahlrohr 114,3 x 4,5 mm zu verlegen. In das Stahlrohr werden zwei 40er und zwei 30er PEHD-Rohre eingebracht, in denen LWL-Kabel als Steuerleitungen für den Schleusenbetrieb und als Kommunikationsleitungen eingezogen werden.Startphase des Rohreinzugs
Normalerweise hätte man für diese Bohrung eine Großbohranlage eingesetzt. Daher war selbst für ein professionelles Unternehmen wie die Firma Bartz mit mehr als ein Jahrzehnt Bohrerfahrung diese Aufgabe mit einer Bohrlänge von 469 m eine besondere Herausforderung.
Noch nie zuvor hat sich ein Unternehmen mit einem Bohrgerät der 20 t Klasse an eine solche Bohrung gewagt, zumal der Baugrund trotz des hier vorherrschenden Rheinkieses nicht eindeutig definiert werden konnte. Im Vorfeld wurden zusätzliche Bodenuntersuchungen durchgeführt und auf dieser Grundlage danach ein Bohrplan erstellt, an dem sich die Pilotbohrung exakt orientierte. Mit der Pilotbohrung konnte nun begonnen werden. Nach ca. 80 m stockte der Vortrieb. Vermutlich war die Bohrlanze auf eine natürlich verdichtete Grobkieslage gestoßen, die jedoch in einem zweiten Anlauf, 2 m tiefer, glücklicherweise überwunden werden konnte.
Aufgrund der starken Strömung, des regen Schiffsverkehrs und der geplanten Bohrtiefe von 9-10 m unter Flußsohle und zusätzlicher Wassertiefe von 4 m - war nur eine kabelgeführte Pilotbohrung möglich. Dabei wird die exakte Lage des Bohrkopfes über ein im Bohrgestänge liegendes Kabel, das an einen PC bzw. Laptop angeschlossen ist, kontrolliert. Die Prozedur ist ebenso umständlich wie unvermeidbar, da das Kabel nach jeder Gestängelänge neu angeklemmt werden muss. Dementsprechend dauerte die Pilotbohrung 5 Arbeitstage. Die Länge entsprach exakt der Planung. Eine seitliche Abweichung von nur 1 m nach 469 m theoretischer Bohrachsenberechnung entsprach allen Forderungen.
Das Stahlrohr lag zusammengeschweißt zum Einzug bereit und wurde an das Räumwerkzeug ,,Grundoream" angekoppelt. Der Räumer hat durch den variablen Messerbesatz eine sehr gute Schneidwirkung mit hohem Bohrgutaustrag, was den Rohreinzug erleichterte. Die optimale Schneidgeometrie reduzierte zudem deutlich das Drehmoment. Wie ein Schaufelrad vergrößerte Grundoream das Bohrloch und zog den Stahlrohrstrang hinter sich her.
Auch die Bohrautomatik des Grundodrill 20 S wirkte sich positiv auf den Einzug aus, weil dadurch Zugkraft und Drehmoment automatisch und optimal aufeinander abgestimmt wird. Nach ca. 9 Stunden war das Stahlrohr eingezogen. Planung und Ausführung fanden Lob und Anerkennung bei allen Beteiligten. Eine Endvermessung mit einer Grundocontrol Druckdosenvermessungsanlage bestätigte die exakte Lage des Dükers.

Bohranlage Grundodrill

Das Räumwerkzeug Grundoream

Blick vom Bohrgerät mit Bohrlinie